Die Tradition

Chi Kung ist über die Jahrhunderte allein von Lehrer zu Schüler mündlich weitergegeben worden. Zwar beschreiben alte taoistische und buddhistische Schriften einige Meridianöffnungen, das Zhan Zhuang System war aber nie öffentliches Gut.

Diese Geheimhaltung hat Anfang der 1920er Jahre Master Wang Xian Zhai (1885-1963) gebrochen. Er war viele Jahre durch China gereist, um sich in den alten Kampfkunstdisziplinen Xing Yi Chuan, Tai Chi Chuan und Bagua Chuan zu üben. Dabei war er auf der Suche nach der Essenz aller internen Kampfkünste und kam zum Schluss, dass mentale Kraft (Yi) interne Körperenergien erst kanalisiert. Er nannte es Yi Chuan – Geist-Kampfkunst, später wurde es auch Da Cheng Chuan – Die Grosse Realisation – genannt. Sein Reaktionsvermögen war so schnell, dass er unbesiegbar blieb, während er als Meister des Chan (Zen) auch als Dichter, Maler und Kalligraph bekannt war.

Sein Schüler Professor Yu Yong Nian, ein Zahnarzt, setzte die Arbeit im Gesundheitswesen fort und erforschte nach der Kulturrevolution vor allem das Immunsystem in Hinblick auf Chi Kung. Er ist nun in seinen 90ern und lebt in Beijing.

Master Lam Kam Chuen, ursprünglich aus Hong Kong, ging bei Prof. Yu in Lehre, und war der Erste in der Linie, der in den 1970ern dieses Wissen in den Westen brachte. Er ist Autor der Bücher: The Way of Energy, The Way of Healing, The Way of Power, Everyday Chi Kung und Walking Chi Kung.

Mein direkter Lehrer Peter den Dekker (NL) ist Senior Student von Master Lam und unterrichtet seit den 1990ern in Europa. Sein Buch The Dynamics of Standing Still ist eine bahnbrechende Synthese aus traditionellem Wissen und westlicher Entwicklungsanatomie.